Wie viele Wölfe leben in einem Gebiet?

Wenn der Mensch nicht eingreift und den Wolf verfolgt, hängt die Zahl der Wölfe in einem Gebiet letztendlich von Menge und Größe der Beutetiere ab. Je mehr Futter den Wölfen zur Verfügung steht, umso mehr können in einem Gebiet leben. Wenn umgekehrt aber das Beuteangebot sinkt, werden auch die Wölfe weniger.
ln vielen Gebieten, in denen der Wolf heute heimisch ist, stehen jedem Wolf ungefähr 100 Quadratkilometer zur Verfügung. Unter besonders günstigen Nahrungsbedingungen hat man in Amerika sogar eine Dichte von einem Wolf pro 25 Quadratkilometer gezählt. Auch das ist nicht viel.
Nehmen wir zum Beispiel an, dass ganz Deutschland als Lebensraum für Wölfe zur Verfügung stünde. Die gesamte Fläche der Bundesrepublik ist etwas mehr als 350 000 Quadratkilometer groß. Unter günstigsten Bedingungen könnten dann gerade 14 000
Wölfe hier leben. Im Vergleich dazu: Die Zahl der Menschen in der Bundesrepublik beträgt zur Zeit etwa 80 Millionen – das sind 230 Menschen pro Quadratkilometer. Das wären 5750 Menschen auf 25 qkm, auf denen gerade ein einziger Wolf leben könnte. Wieso können in einem Gebiet so viel mehr Menschen als Wölfe leben? Das hängt damit zusammen, dass wir Menschen nicht mehr als Jäger und Sammler nur das in der Natur nutzen, was alljährlich wieder heranwächst, sondern sie als Bauern so verändern, dass wir immer höhere Erträge erzielen. Außerdem führen wir viele Lebensmittel aus anderen Ländern ein. Deshalb können wir heute so viel mehr Menschen ernähren. Man hat errechnet, dass am Ende der Eiszeit, als wir alle noch Jäger waren, auf der heutigen Fläche der Bundesrepublik gerade 10 000 Menschen gelebt haben können, also ungefähr so viele Menschen wie Wölfe. Jetzt aber leben hier 80 Millionen Menschen und nur ganz am Rande ein paar Wölfe. So haben sich die Bedingungen geändert!

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